28. August 2008 Am deutschen Aktienmarkt geht es am Donnerstag zum Handelsstart abwärts. Der Dax fällt in den ersten Minuten um 0,4 Prozent auf 6297 Punkte. Als Belastung für den Markt erwiesen sich vor allem die Autowerte: BMW fallen um 1,4 Prozent, Daimler sinken um 1,2 Prozent und Volkswagen verbuchen ein Minus von 0,8 Prozent. Händler verweisen zur Erklärung auf die Aussagen von Toyota: Der weltgrößte Autohersteller hat seine Absatzprognose für das kommende Jahr gesenkt. Dagegen steigt die im SDax notierte Aktie von Air Berlin nach Veröffentlichung von Zahlen um 5,9 Prozent.
Deutsche Anleihen tendieren gut behauptet
Die deutschen Renten-Futures tendieren am Donnerstag gut behauptet in den. Der marktführende Bund-Future steigt um 12 Basispunkte auf 114,48 Prozent. Der jüngste Rückschlag habe vermutlich erst einmal eine Seitwärtsbewegung eingeläutet, so ein Händler. Unterstützt sei der Bund-Future bei knapp 114 Prozent, auf Widerstand treffe er bei 115 Prozent. Ein Ausbruch aus der engen Range werde die Richtung vorgeben,
heißt es im Handel. Der Bobl-Future legt zwei Basispunkte auf 108,51 Prozent zu.
Im Tagesverlauf stehen aus Sicht der Commerzbank die amerikanischen Konjunkturdaten im Fokus. Die Tatsache, dass die amerikanischen Wirtschaft im zweiten Quartal wohl doch stärker gewachsen sei als zunächst verkündet, sollte die Rentenmärkte nicht belasten. Sollten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Vereinigten Staaten aber weiterhin auf sehr hohem Niveau bleiben, dürfte dies die Risiken in Bezug auf eine Fortsetzung der gestrigen Renditeanstiege begrenzen, schreibt das Bankhaus.
Am Mittwoch hatten Signale aus der Europäischen Zentralbank (EZB) für zunächst unveränderte Leitzinsen den Rentenmarkt belastet. Mitglieder des EZB-Rates, darunter Bundesbankpräsident Axel Weber, hatten am Mittwoch zunächst unveränderte Leitzinsen signalisiert und damit die Hoffnung auf rasche Zinssenkungen vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunkturperspektiven zunichte gemacht.
Euro pendelt um Marke von 1,48 Dollar
Der Euro hat sich am Donnerstag bei der Marke von 1,48 amerikanischen Dollar eingependelt. Im frühen Handel kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,4792 Dollar. Ein Dollar war 0,6760 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,4767 (Dienstag: 1,4598) Dollar festgesetzt.
Die festere Verfassung des Euro nach der steilen Talfahrt der vergangenen Tage begründeten Händler mit der schwindenden Aussicht auf rasche Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank. Mitglieder des EZB-Rates, darunter Bundesbankpräsident Axel Weber, hatten am Mittwoch zunächst unveränderte Leitzinsen signalisiert und damit die Hoffnung auf rasche Zinssenkungen vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunkturperspektiven zunichte gemacht.
Ölpreis nimmt Kurs auf Marke von 120 Dollar
Der drohende Wirbelsturm am Golf von Mexiko hat den amerikanischen Ölpreis am Donnerstag in Richtung 120 amerikanischen Dollar getrieben. Händler befürchten eine Gefährdung von Ölplattformen durch den Hurrikan Gustav. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober 119,19 Dollar und damit 1,04 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 117,04 Dollar und damit 82 Cent mehr als tags zuvor.
Gustav dürfte die Golfküste laut Experten gegen Montag erreichen und dabei über dem Meer erneut an Fahrt aufnehmen. 2005 hatten zuletzt starke Wirbelstürme die Ölförderung im Golf von Mexiko stark beeinträchtigt. In dieser Region liegt ein wichtiges Förderzentren insbesondere für Rohöl, das direkt in den Vereinigten Staaten verbraucht wird. Das ist die Zeit, wenn Risikoprämien von 10 bis 15 amerikanischen Dollar pro Barrel gerechtfertigt sind, sagte ein Energie-Experte mit Blick auf den Hurrikan. Die Märkte seien vor dem verlängerten Wochenende in den Vereinigten Staaten nervös.
Asiatische Börsen uneinheitlich
Die asiatischen Börsen haben sich von den positiven Vorgaben von der Wall Street nur begrenzt Auftrieb geben lassen und haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Die Tokioter Börse rettete sich nach einem lange schwankendem Handel mit 0,1 Prozent knapp ins Plus. Dagegen notierten Taiwan, Südkorea und Hongkong schwächer.
Der Tokioter Nikkei-Index der 225 führenden Werte ging mit 12.768 Zählern aus dem Tag. Bei dem schwachen Handel, den wir im Moment haben, ist es für den Nikkei schwierig, über die 12.900 hinauszukommen, sagte Katsuhiko Kodama von Toyo Securities. Der breiter gefasste Topix-Index gab dagegen 0,34 Prozent auf 1219 Zähler nach. Deutlicher im Minus lagen Hongkong und Südkorea: Der Hang Seng Index notierte zwei Stunden vor Handelsschluss mit knapp 1,9 Prozent im Minus bei 21.062 Punkten. Südkoreas Kospi schloss 1,3 Prozent schwächer bei 1474 Punkten.
Solange die ausländischen Investoren, die am Tokioter Markt etwa 70 Prozent des Handels ausmachen, sich nicht bewegen, solange bewegt sich auch der Markt nicht, sagte Yoshihiro Ito von Okasan Asset Management. Kodama meinte: Die Investoren kommen voraussichtlich nicht mehr zurück, bevor kein Ende der amerikanischen Kreditsorgen und der weltweiten konjunkturellen Abschwächung abzusehen ist.
In Tokio mussten die deutlichsten Verluste Aktien des Börsenschwergewichts Canon hinnehmen, die 5,15 Prozent nachgaben. Anleger fürchteten, dass das Unternehmen unter Plänen von Konkurrent Ricoh leiden könnte, den amerikanischen Büroausrüster Ikon Office
Solutions zu übernehmen. Ricoh-Papiere legten 2,9 Prozent zu.
Die Titel des weltgrößten Autoherstellers Toyota gingen unverändert aus dem Handel. Der Konzern senkte am Donnerstag seine Absatzprognose für 2009. Demnach rechnet er nicht mehr damit, mehr als zehn Millionen Fahrzeuge zu verkaufen, sondern 9,7 Millionen Stück.
Aktienkurse in Hongkong mittags sehr schwach
Die Börse in Hongkong tendiert am Donnerstagmittag (Ortszeit) sehr schwach. Der Hang-Seng-Index verliert 1,9 Prozent auf 21.063 Punkte und gleicht damit den Anstieg des Vortages annähernd wieder aus. Das Handelsvolumen ist mit 34 Milliarden Hongkong-Dollar
moderat. Allein der Fall von China Mobile um 5 Prozent auf 91,75 Hongkong-Dollar trägt 124 Zähler zum Indexrückgang bei. Ein unsicherer Gewinnausblick belastet die Titel des Indexschwergewichts. Andere Telekompapiere folgen: China Unicom fallen um 9,1 Prozent auf 12,00 Hongkong-Dollar und China Netcom um 8,95 auf 18,02 Hongkong-Dollar.
Ein Marktexperte von Prudential sagt, dass sich der Index in nächster Zeit vermutlich in der Spanne zwischen 20.000 und 22.000 Punkten bewegen werde, da für den Markt keine eindeutige Richtung erkennbar sei. Esprit stürzen um 19,2 Prozent auf 64,95 Hongkong-Dollar ab. Der Textilhändler hatte einen enttäuschenden Gewinnausblick veröffentlicht.
Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika
Dei Kurse an den amerikanischen Börsen gaben am Mittwoch nach Börsenschluss leicht nach. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,17 Prozent auf 1897,13 Punkte.
Die Aktien von Fannie Mae gaben im nachbörslichen Geschäft etwas und verbilligten sich um 1,1 Prozent auf 6,41 Dollar. Im regulären Geschäft hatten sie zuvor um über 15 Prozent zugelegt. Nach der Schlussglocke gab der Hypothekenfinanzierer jedoch den Rücktritt zweier wichtiger Top-Manager bekannt, um das Vertrauen der Anleger in die Kapitalpläne zurückzugewinnen. Es handelt sich um den Finanzvorstand sowie den für Risiko verantwortlichen Vorstand.
Jo-Ann Stores sprangen dagegen um 8,5 Prozent auf 24,60 Dollar nach oben. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, dass sich der Verlust im zweiten Quartal reduziert hatte und seinen Ausblick angehoben. TiVo sanken um 5,3 Prozent auf 7,54 Dollar, da der Managementausblick hinter den Analystenerwartungen zurückblieb.
Wall Street schließt mit gestiegenem Auftragseingang fester
Die amerikanischen Börsen haben am Mittwoch mit einer festeren Tendenz geschlossen, gestützt von guten Konjunkturdaten und positiven Nachrichten aus dem Bankensektor. Die überraschend gestiegenen Auftragseingänge verbesserten die Stimmung merklich, auch wenn diese wohl vor allem dem schwachen Dollar zu verdanken waren, der die Exporte angetrieben hatte. Angesichts der zuletzt konstant schlechten Nachrichten von den Finanz- und Kreditmärkten war es schön, zur Abwechslung mal etwas Positives zu hören, kommentierte Ryan Detrick, Analyst bei Schaeffer's Investment Research.
Der Dow-Jones-Index stieg um 0,8 Prozent oder 90 Punkte auf 11.503. Für den marktbreiteren S&P-500-Index ging es um 0,8 Prozent oder 10 Punkte auf 1.282 nach oben und der Nasdaq Composite-Index zog um 0,9 Prozent oder 20 Punkte auf 2.382 an.
Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den Vereinigten Staaten ist im Juli um 1,3 Prozent gestiegen, erwartet worden war dagegen ein Rückgang um 0,3 Prozent. Zudem wurden die Juni-Daten nach oben revidiert. Nach Aussage von Volkswirten sind keine Anzeichen für eine Zurückhaltung bei den Unternehmensinvestitionen zu erkennen, was für eine robuste Konjunktur spreche.
Das vorherrschende Gefühl ist nicht, dass die Situation viel besser geworden ist, aber dass der Grad der Abwärtsbewegung nachgelassen haben könnte. In diesem Umfeld ist das genug, um Optimismus zu erzeugen, kommentierte Tony Crescenzi, Analyst bei Miller Tabak & Co.
Unter den Finanztiteln profitierten Lehman Brothers von einem Bericht, dass es für die zum Verkauf stehende Vermögensverwaltungssparte drei Bieter gebe. Im Handel wurde dies positiv beurteilt, weil der Verkauf eine Refinanzierungsmöglichkeit für die Investmentbank darstelle. Die Aktie gewann 5,3 Prozent auf 14,78 Dollar.
Merrill Lynch stiegen um 4,9 Prozent auf 25,27 Dollar, nachdem sich der Singapurer Staatsfonds Temasek demonstrativ hinter das Management der angeschlagenen Investmentbank unter ihrem Vorstandschef John Thain gestellt hatte. Temasek ist der größte Anteilseigner von Merrill Lynch und hält aktuell knapp 10 Prozent der Titel mit der Perspektive, auf bis zu 14 Prozent aufzustocken.
Fannie Mae hatte sich bei Anleihen mit einer Laufzeit von drei Monaten zu 2,597 Prozent refinanzieren können. Teilweise sei mit einem größeren Aufschlag gerechnet worden, sagte ein Händler. Fannie Mae legten um 15,3 Prozent auf 6,48 Dollar zu, Freddie Mac gewannen
19,6 Prozent auf 4,75 Dollar.
Amerikanische Anleihen notieren im späten Geschäft gut behauptet
Die amerikanischen Schatzanweisungen zeigen sich am Mittwoch im späten Geschäft des New Yorker Handels mit einer gut behaupteten Tendenz. Nach anfänglichen Verlusten vor allem wegen den im Juli überraschend gestiegenen Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter erholten sich die Kurse deutlich. Händler begründeten dies mit wieder aufkommenden Sorgen um das Schicksal von Fannie Mae und Freddie Mac. Dies habe sogar die positiven Aktienmärkte und die eher ruhige Aufnahme der großen Auktionen zweijähriger Papiere für 32 Milliarden Dollar überlagert, sagten Händler.
Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 4,000 Prozent stiegen um 3/32 auf 101-31/32 und rentierten mit 3,76 Prozent. Der mit 4,500 Prozent verzinste Longbond gewann 3/32 auf 101-30/32, seine Rendite fiel damit auf 4,38 Prozent.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| HYPO REAL ESTATE HOL | +0,13 | +6,13 |
| COMMERZBANK AG INHAB | +0,32 | +5,93 |
| METRO AG STAMMAKTIEN | +1,03 | +5,13 |
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | -23,39 | -6,68 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -0,92 | -6,00 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | -1,21 | -3,46 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.201,89 | -0,43 |
| TecDax | 441,77 | +2,38 |
| DowJones | 7.552,29 | -5,56 |
| Nasdaq | 1.316,12 | -5,07 |
| STOXX 50 | 2.213,00 | -0,58 |
| Nikkei 225 | 7.910,79 | +2,70 |
| S&P 500 Zert. | 7,72 | -3,26 |
| Euro/Dollar | 1,26 | +1,19 |
| Bund Future | 120,44 | -0,83 |
| Gold | 770,10 | +3,47 |
| Öl | 49,06 | -4,94 |