30. August 2006 Mehr als 40.000 Menschen hat die größte Tomatenschlacht der Welt in die ostspanische Kleinstadt Buñol bei Valencia gelockt. Eine Stunde lang bewarfen sich die teilweise mit kreativen Schutzkostümen ausgestatteten Krieger mit rund 100.000 Kilogramm der überreifen, glitschigen Früchte. Das beliebte Spektakel tauchte Plätze, Straßen und Häuser der rund 10 000 Einwohner großen Stadt im Nu in eine rote Brühe.
Seit 61 Jahren findet die Tomatina traditionell am letzten Mittwoch im August statt und zieht Touristen aus Europa, Asien und den Vereinigten Staaten an. Die Schlacht hilft, Streß abzubauen. Und die Tomaten sind auch gut für die Haare, meinte Stadträtin Pilar Garrígues.
500 Duschen
Damit niemand verletzt wurde, mußten die Krieger die Tomaten vor dem Wurf in der Hand zerdrücken und eine Sperrzone rund um die fünf Lastwagen einhalten, die die Meute mit Tonnen an Munition belieferten. Ein Böllerschuß setzte der Schlacht ein Ende und bildete gleichzeitig den Startschuß zum Wettlauf zu den rund 500 Duschen, die die Stadt für das traditionelle Spektakel aufgestellt hatte. Mit Holzschiebern und Wasser entfernten Dutzende Helfer der Stadtreinigung gemeinsam mit der Feuerwehr den schleimigen Tomatenbrei von den Straßen
Den genauen Ursprung der Tomatina kennt niemand genau. Es wird aber erzählt, daß ausgerechnet im Hungerjahr 1944 eine Gruppe von Freunden einen Straßenmusikanten mit Tomaten beworfen habe. Dieser
soll prompt zurückgeschlagen und so die erste Tomatina entfacht haben.
Das Fest, das 2002 zur Touristenattraktion erklärt wurde, war bis 1959 unter der Franco-Diktatur (1939-1975) nicht offiziell erlaubt. Die Stadt versuchte, die Schlacht zu verbieten, beugte sich aber letztlich dem Druck der Bevölkerung. Seit 1980 wird die Tomatina offiziell von der Stadt veranstaltet und von der Polizei beaufsichtigt - auch von Hubschraubern aus.
Text: FAZ.NET mit Material von DPA
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS