Spezial Jacques Mesrine, Gangster, Bestsellerautor, Medienstar, galt in den siebziger Jahren als Frankreichs Staatsfeind Nummer eins. Jean-François Richet verfilmt seine Geschichte, errichtet dem frühen Medienstar aber nur einen weiteren Altar für seine Verherrlichung. Von Bert Rebhandl
Spezial Der Vampir hat immer recht: Il Divo, der Göttliche heißt Paolo Sorrentinos Filmsatire über Giulio Andreotti, den siebenmaligen Ministerpräsidenten, der mit der Mafia im Bunde gewesen und in diverse Mordfälle verwickelt sein soll. Von Andreas Kilb
Spezial Ein Mensch, der sich selbst nur findet, wenn er in erfundene Rollen schlüpft, wird sich bald verlieren: Devid Striesow und Nadja Uhl beeindrucken in Alexander Adolphs verführerischer Hochstaplerkomödie So glücklich war ich noch nie. Von Rüdiger Suchsland
Spezial Da ist sie wieder, diese fehlgeleitete Idee vom großen Kino, die sich immer wieder im gleichen Typus von Historienfilm auslebt. Florian Gallenbergers John Rabe zeigt einen guten Deutschen, der im Zweiten Weltkrieg Hunderttausenden Chinesen das Leben rettete. Dabei wird so viel erklärt, dass es nichts mehr zu erleben gibt. Von Rüdiger Suchsland
Spezial Eine unglückliche englische Adelsehe im 18. Jahrhundert: Es hätte schon einen Visconti oder Kubrick gebraucht, um Ferne und Kälte der Rituale ins Jetzt zu holen. Regisseur Saul Dibb ist nicht der Mann dafür - und Keira Knightley, bei aller Schönheit, nicht die Frau. Von Peter Körte
Spezial Inzwischen hat sich fast alle Welt darauf geeinigt, Danny Boyles mit acht Oscars ausgezeichnetes FilmmärchenSlumdog Millionär toll zu finden, menschlich, bewegend, ergreifend und humorvoll. Aber am Ende dieses betont unschuldig erzählten Films spürt man doch einen Nachgeschmack. Von Peter Körte
Spezial Hildegard Knefs Leben liefert ein Identifikationsmuster für eine ganze Generation zwischen Schuldgefühlen und Wohlstandsfrieden. Doch Kai Wessels filmische Biografie hetzt Heike Makatsch als Hilde von Station zu Station und begräbt sie unter ewigem Rosenregen. Von Dieter Bartetzko
Spezial Clint Eastwood bringt den zweiten Film innerhalb eines Jahres ins Kino: Es könnte der letzte sein, in dem er als Schauspieler auftritt. Gran Torino ist ein Film zur Lage der Nation. Nicht hoffnungslos, aber sehr ernst. Von Verena Lueken
Spezial In den Achtzigern war er ein Star, in den Neunzigern ein gefallener. Nun ist Mickey Rourke als The Wrestler das Comeback gelungen. Als lädierter Muskelkoloss werden ihn viele einfach abstoßend finden, doch Rourke trägt den Film mit unnachahmlicher Präsenz mühelos fast ganz allein. Von Peter Körte
Spezial Die Verfilmung von Bernhard Schlinks Bestsellerroman muss sich gleich mehreren großen Themen stellen und bricht unter dieser Last fast zusammen. Holocaust, Sexualität, Analphabetismus, das alles zusammen kann der Film nur durch die Glanzleistung von Oscar-Gewinnerin Kate Winslet schultern. Von Andreas Kilb
Spezial Die Freiheit, als der zu leben, der man ist, war für Homosexuelle lange unerreichbar. Harvey Milk gehört zu denen, die das geändert haben. Gus Van Sant hat sein Leben verfilmt. Von Verena Lueken
Spezial The International sei der Film zur Bankenkrise, hat Regisseur Tom Tykwer gesagt. Das stimmt, allerdings in einem anderen Sinn, als es Tykwer gemeint hat: Der Film ist ein Bluff, weil er so tut, als ginge es um alles.
Spezial Die Welt hat kaum langweiligere Interviews erlebt als die, die der nach dem Watergate-Skandal zurückgetretene Präsident Richard Nixon dem Talkmaster David Frost gab. Wie hat es Regisseur Ron Howard nur geschafft, daraus einen so spannenden Film zu machen? Von Michael Althen
Spezial Ein Held, dessen Leben chronologisch in die falsche Richtung verläuft: David Finchers Benjamin Button mit Brad Pitt erzeugt mit seiner Digitalkunst überwältigend wirklich scheinende Ergebnisse - und wäre doch nichts ohne seine echten Schauspieler. Von Verena Lueken