
Maerkte bestehen aus uns allen und haben nichts an sich Anruechiges. Ein zerruetteter gesellschaftlicher Moralkodex, bei welchem systhematisches Luegen, Verschleiern und Mogeln als akzeptabel gilt, ist das Uebel.

Beeindruckend und verstörend zugleich ist es, zu beobachten, wie sich bei der FAZ seit dem Beginn der Finanzkrise ein neuerlicher, interredaktioneller Meinungsantagonismus herauszubilden scheint. Während die Wirtschaftsredaktion ihrem stets vertretenen Dictum "Mehr Markt und weniger Staat" einstweilen verbunden bleibt, vernimmt man aus Politik und Feuilleton nunmehr täglich Abgesänge auf eine allzu freiheitliche Wirtschaftsordnung. Fast schon beruhigend wirkt es, zu lesen, daß sich Frank Schirrmacher noch immer gegen "linke Demagogie" abzugrenzen weiß, und Ralf Dahrendorf - im gestrigen Feuilleton - nicht aufgehört hat, auf die Krisenerprobtheit von Demokratie und Marktwirtschaft zu vertrauen. Die Leser dürften wohl gespannt sein, ob und wie sich dieser Meinungszwiespalt in der Zukunft auflösen wird. Möge Schirrmacher dennoch nicht übersehen, daß der von ihm beobachtete Zwang des letzten Jahrzehnts, das Leben "neoliberal auszurichten", der auf Millionen Deutsche ausgeübt worden sei, zu großen Teile eine notwendige Antwort auf die heraufziehende Globalisierung war, ohne die die neu gewonnene Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland, die wir in der momentan abnehmenden Arbeitslosigkeit spüren, so nicht erreicht worden wäre.

..ist eine unangenehm vergemeinschaftende Aussage, Herr Schirrmacher, und dessen Gewissheiten waren so gewiss wohl nicht. Als Faktum steht dagegen, dass es den "einen" Kapitalismus, von dem hier und in manchen Leserkommentaren die Rede ist, nie gegeben hat, sondern dass er als ökonomische Idee ein Strategem beinhaltet, dessen Grundidee prinzipiell gleich bleibt, dessen praktische Ausübung jedoch über die Jahrzehnte international, als auch kulturell stark variierte. Es war die eklatante Missachtung dieser Unterschiede und ein schambegründeter Verzicht auf Nachfragen, die dafür sorgten, dass Fragen ökonomischer Ethik - auch in der FAZ! - vom Politikteil ins Feuilleton rutschten und schliesslich nur noch von firmeneigenen Imagebroschüren abgehandelt wurden. Die Ausschüttung von Boni an scheidende US-Lehman Manager auf Kosten regulärer Gehälter für die Londoner Zentrale macht doch überdeutlich, dass dieses Phänomen "unser" nicht einmal innerhalb einer einzelnen Firma existierte. Bei Engels heisst es u.a., Kapitalismus beruhe auf unterschiedlichen Einschätzungen - es scheint mir, in den letzten Jahren hat er wohl nur noch auf Missverständnisse gebaut.

spekuliert nicht, sie beschränkt sich aufs Wissbare und meidet das Weissagbare. In Ruhe prüft sie gegebene Gründe und führt zu einem abgewogenem Urteil. Ein leuchtendes Beispiel in dieser Zeitung am 10. Oktober 2008, Hardcopy-Ausgabe, S. 15: Hans D. Barbier, „Im Rückspiegel“.

Nur die Auswirkung des Handelns wird unüberschaubarer. Staatsdefizite, Staatsverschuldung und verschwenderische sozialistische Wohltaten werden zunehmen, weil Politiker sich immer mehr nur sich selbst gegenüber verantwortlich fühlen. Die demokratische Grundordung wird durch eine allmächtige und für den Einzelnen nicht mehr erreichbare Administration ohne jede Kontrolle ersetzt. Auch in Europa kann nicht die Hoffnung für die Zukunft liegen, weil dieses künstliche Verwaltungsgebilde keine Sicherheit für die Masse bringt und schon garkeine demokratische Kontrolle zuläßt. Der Lissaboner Vertrag als neuester und in der Mißachtung der Gewaltenteilung am weitesten fortgeschrittene Pakt hebelt demokratische Kontrolle aus und ersetzt sie durch weltfremde und machtbesessene Verwaltungsakte von EU-Bürokraten ohne Weitblick. Legislative, Exekutive und Judikative konzentrieren sich mehr und mehr in einer Hand. Wir nähern uns dem ungezügelten Marsch in den Sozialismus, der zuerst Reichtum und zuletzt Armut umverteilt. Dagegen zu klagen ist jetzt schon nicht mehr möglich, weil der EU-Gerichtshof keine individuelle Verfassungsklage zuläßt. Nach dem Börsensturz folgt der politische. Wer in Zukunft noch über Mittel verfügt, der wird gleich gemacht.

Der Staat hat die Pflicht, Schneeballsysteme rechtzeitig zu unterbinden. Dieser Pflicht ist er nicht nachgekommen. Gleiches gilt für die Institutionen der demokratischen Selbstkontrolle, einschließlich der Presse, einschließlich der FAZ. In D-land gibt es hunderte staatlich finanzierter Wirtschaftsprofessoren an Unis, Behörden und Forschungsinstituten. WOFÜR eigentlich? Was die Wirtschaftspresse ("Pflichtblätter an Börsen") betrifft, so schrieb sie jahrelang über Bilanzen, die sie nicht gelesen bzw. nicht verstanden haben. So, das wissen wir jetzt. Und was FOLGT nun daraus? Ändert sich "das Denken", wie Schirrmacher meint? NEIN, aber die politische Landschaft, der politische Diskurs. In diesen Tagen kann der Bürger zusehen, wie sich die bankrotten Eliten auf seine Kosten selbst bedienen. Das wird er sich merken! Egal welche Partei die Wahlen gewinnt, sie wird es mit Bürgern zu tun haben, die mächtig dazugelernt haben. Die sich von der neo-liberalen Propaganda nicht mehr beeindrucken lassen. Schirrmacher scheint unter dieser Aussicht sehr zu leiden, für ihn ist das Untergang der heilen bürgerlichen CDU-Welt. Überzeugte Demokraten sollten darin aber lieber eine CHANCE sehen.

Das Konzept des Marktes wurde ursprünglich entworfen für physische Güter, also für Sachen, die man anfassen, verarbeiten, transportieren kann, deren Wert man im Zweifel am Gewicht erkennt. Mit diesem Konzept wollte sich das frühe Bürgertum einen Freiraum gegenüber dem Adel sichern. Denn so mächtig ein König ist, er kann niemals z.B. einen Stuhl selbst bauen. Dafür braucht er schlechterdings einen Handwerker. Zweifellos gibt es auch Berührungspunkte zwischen den Sphären, wenn man nur mal an Waffen, Pferde, Gewänder, Schlösser und solche Sachen denkt. Dieser ursprüngliche Zusammmenhang wird deutlich in der sog. Diskontpolitik, also der Finanzierung durch Handelswechsel, wo dem Geld noch Warenströme gegenüberstehen. Das war eine Geldwirtschaft, die eine gewisse ethische Begründung hat. Solche Begriffe wie Vernunft, Rationalität, liberale Wirtschaftsordnung, Arbeit, Kapital, die wir heute ganz zusammenhanglos benutzen, müssen alle in diesem Kontext gelesen werden.

Ein ähnlich missbrauchtes Wort wie Gier ist das von Frank Schirrmacher gerne gebrauchte Wort Demagogie. In Zeiten wie diesen sollte daran erinnert werden, dass etwa Oskar Lafontaine und die Linke oder auch attac und andere NGOs bereits seit langem das gefordert haben, was heute diskutiert wird. Gestern hieß das Demagogie heute ist es absolut notwendig. Setzen Sie sich bitte mal vernünftig mit der linken Bewegung auseinander, immer nur von Kommunisten und Demagogen zu sprechen macht ist nicht nur lächerlich, das glaubt auch keiner.

Wollen wir alle hoffen, daß es nicht so kommt, wie der deutsche Philosoph aus Trier, Karl Marx, es dank seines Finanziers Friedrich Engels aus Barmen im vorigen Jahrhundert schon zu Papier brachte. Für ihn war es schon "morgen!" Lenin soll zu diesem Thema gesagt haben: "Wenn wir denn dereinst gesiegt haben werden (hoffentlich NIE!!!), so werden wir die öffentlichen Toiletten mit purem Gold beschlagen lassen, damit die Kapitalisten sehen, welchem Götzen sie gefrönt haben!!!" "Morgen" werden wir zur "Naturalwirtschaft" zurückkehren. Diese ist uns immer sicher. Ohne Banker und ohne Marx. Immer sicher!

Wer oder was, bitteschön Herr Schirrmacher, ist in diesem Zusammenhang denn links? Lassen Sie doch die von Ihnen selbst aufgebauten Pappkameraden aus dem Spiel. Konzentieren Sie sich auf Marx und Engels und denken Sie daran, dass Marx gesagt hat, er sei der letzte, der Marxist sein wolle. Vergessen Sie doch einfach den ganzen Dogmenkram und konzentrieren Sie sich auf Inhalte und Argumente. Aus alter Gewohnheit Seitenhiebe gegen imaginäre Gegner zu verteilen wirkt einfach deplaziert. Wenn die FAZ, die ja bisher immer einer der eifrigsten Apologeten des Marktes war, ihre Liebe zum Staat entdeckt, verwundert das den Leser. Marx, nebenbei, hat den Markt nie verdammt, nur die dabei entstehende Vergeudung beschrieben. Dass die Kartellämter schon seit langem zu Recht versuchen, den Marktmechanisus künstlich am Leben zu erhalten, beweist nur die Richtigkeit der Marxschen Analyse. Es geht um das Optimum zwischen realisiertem Wert und dazu nötiger Vergeudung bei möglichst geringer Mitwirkung des Staates.

Es muss sich übrigens auch die Presse die Frage gefallen lassen, wieso sie über Jahre genau dieses hier dargelegte System brav und ohne es zu hinterfragen als die Wirklichkeit gewordene ultima ratio behandelt hat. Von den bundesweiten bis hin zu den regionalen Tageszeitungen sind die offenbar kritikmüden Kommentatoren, gleich bei welcher Thematik, stets zu dem scheinweisen Schluss gekommen: Der Markt regelt das schon. Das ist schon alles richtig so. Man darf den "linken Demagogen" keine Plattform geben. Und jetzt, da der ganze Irrsinn kollabiert, entpuppen sich mit einem Male die vorher müden Beamtenjournalisten als feurige Systemkritiker und fuchteln mit den Zeigefingern. Das Pressewesen hat sich lange in dieser haarsträubenden Ökonomie ausgeruht. Nun sind wir soweit, daß FTD-Autoren lauthals Bankenverstaatlichungen fordern. Ich frage mich: Muss man das Schwert, das jahrelang überm Kopf an einem ständig dünner werdenden Faden baumelt, erst im Schädel stecken haben? Warum wird zwar jetzt der Niedergang kritisiert, aber zuvor nicht der offenkundige Weg einer globalen Gesellschaft dorthin? Und wieso haben sich FAZ, Welt, FTD und Co konsequent dem verwehrt, worin taz, Konkret und Konsorten nun voll und ganz bestätigt werden?

Eine Gesellschaft die mit ansehen muss wie elementare Bereiche ihres täglichen Lebens wie Bahn, Post, Elektrizitaet, Krankenhäuser aus der Kontrolle des Staates entlassen werden, und an private Nutzer verkauft werden, wird einem Gefuehl der Unsicherheit, der Verlassenheit, des Misstrauens ausgeliefert. Mit anderen Worten, Eckpfeiler der gewohnten existentiellen Umgebung, sind versetzt worden, man sieht sie nicht mehr, da sie oft nicht nur den Besitzer sondern auch den Namen wechseln. Die internationale Finanzkrise fuehrt uns schmerzlich vor Augen was passiert wenn elementare Bereiche des taeglichen Lebens in die Haende Einzelner fallen. Ein Umdenken ist insofern erforderlich, dass man erkennt, dass eine Volksgemeinschaft nur Vertrauen in sich selbst und seine Institutionen haben kann wenn gewisse elementare Eckpfeiler sichtbar und unantastbar in der Hand seiner eigenen Verwaltung bleiben, sonst wird es immer wieder Vertrauenskrisen geben, heute die Banken, morgen die Bahn, uebermorgen die Krankenhäuser etc. etc.---Deutschland ist von der Krise bisher weniger betroffen weil es noch den Eckpfeiler Sparkassen/Volksbanken hat und somit der Gemeinschaft die Moeglichkeit zur risikolosen Kapitalanlage. Hoffentlich bleibt das so.

Eigentlich kann man davon ausgehen, daß auch Banken wissen, daß Aktienkurse auch mal abstürzen können. Wie ein Luftballon, der platzt (oder die "Spekulationsblase"; dieses Wort habe ich mal gehört). Jetzt hat das dazu geführt, daß ausgerechnet die Bankbranche mit Staatsgeldern subventioniert werden muß. Anders kann man das wohl nicht ausdrücken. Dabei bringen viele mit dieser Branche doch sehr noble Bürogebäude und extrem hohe Manager-Gehälter in Verbindung. Und wenn ein Unternehmen in Konkurs geht, bedienen sich die Banken immer zuerst aus der Konkursmasse. Dann kommen die anderen (Lieferanten, Mitarbeiter ...) falls noch etwas da ist. Letztendlich haben die Banken gezeigt: Mit Geld umgehen können wir nicht. Bleibt abzuwarten, was die Parteien im bald beginnenden Wahlkampf ankündigen. Es geht nicht ohne Regeln. Ob die Bundesregierung (oder die EU) es schafft, die aufzustellen?

Der Markt hat nicht versagt. Der Markt wurde betrogen. Hereingelegt von Investment Bankern, egomanischen Wirtschaftsbossen, sogenanten Beratern und Mitläufern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Allenthalben haben sie darauf hingewirkt, den Markt auszuschalten. Die Konzerne durch die Etablierung von Quasimonopolen die Investment Banken durch die Verwandlung des Marktes in ein gigantisches Spielkasino. Das waren keine Märkte mehr sondern irreale Gebilde, Traumwelten, die selbst ihre Schöpfer schon lange nicht mehr durchschauten. Insofern kann man froh sein, dass dieses Zerrbild nun in sich zusammenfällt. Das lässt sich der Markt nicht bieten. Der Markt ist für die Realwirtschaft gedacht. Er verlangt am Ende eben doch Wettbewerb und ehrliche Leistung. Der Markt bleibt nur durch feste Spielregeln stabil.

Morgen ist eine Fiktion.Wenn der Tag angekommen ist,ist es heute Wenn er vergeht,ist er gestern.Das ist der vergangene Tag,also er ist Vergangenheit.Ein Tag hat nur eine Vergangenheit,aber keine Zukunft Die Zukunft muss erst angekommen sein,dann ist es Wirklichkeit geworden.So lange sie nicht angekommen ist,ist sie eine Fiktion,die man mit allem "Moeglichen" und "Unmoeglichem' fuellen,beladen kann Im Kommentar stehen auch theoligischen,oder zumindest religioesen Begriffe.Das ist fuer die Borse zuterffend,denn der Wert und dei Entwicklung des"Wertes" einer Aktie ist Glaubensfrage Wer glaubt,wird selig,oder vielleicht enttaeuscht sein Die alten Goetter der alten griechen und der alten Roemer sind nur noch Vergangenheit,obwohl sie laenger Goetter waren als die heutigen Die Goetter der Wallstreet werden auch nicht ewig leben.Die Waren der Wallstreet waren schon immer vergeaenglich Trotzdem war die Wallstreet,wie ein Tempel,ein Gotteshaus,die angebeten wurde.Gebete werden aber niemals erhoert,weil es Goetter nicht gibt.Sie sind nur etwas Fikteves.Wie die Werte der Aktien,Derivaten Ich sage zu meiner Frau:meine Goettin.Manchmal:Du bloede Kuh.Das ist,wie die Heilige Zweifaeltigkeit;die Kuh ist ja auch eine Goettin bei den Hind

Das fragten sich die Ägypter, die Griechen, die Römer, die Germanen, .... , die Menschen des Kaiserreichs und des 3. Reiches. Zu recht fragen wir uns das heute auch hier in der BRD. Allerdings gab es in der bisherigen Entwicklung der Menschheit nie Gewissheit. Staats- und Finanzsysteme sind grundsätzlich einem Wandel unterworfen, sie werden geboren und sie sterben. Das ist Leben. Was uns aber immer bleibt ist eine Zukunft. Wenn wir die nicht optimistisch sehen, anpacken und Chancen für Veränderung ergreifen, werden wir Opfer der Geschichte. Systeme, die die menschliche Natur einschränken, können nicht langfristig überleben. Es kann nur funktionieren, wenn alle Regeln dem Individuum größtmögliche Freiheit aber auch Schutz vor der Niedertracht anderer sichern. Das System ist bis heute nicht gefunden und wird wohl in absehbarer Zukunft nicht gefunden werden. Also, laßt uns mit den Krisen leben - und hoffentlich daraus lernen. Sicher ist nur, weder Kommunismus, noch Sozialismus noch unsere repräsentative Demokratie in der derzeitigen Form sind wirklich zukunftsfähig, da all diese Systeme an der Inkompetenz der Regierenden und deren Administratoren scheitern müssen.

meine Gedanken blieben immer bei Ihm. Also bin auch schon so ca.25+ Jahre beruflich unterwegs, da ich die Abwechslung liebe habe ich auch schon viele Banken kennengelernt. In der Frankfurter Börse als Aktienhändler habe ich den tollen Herrn André Kostolany gesprochen und bei der Unterhaltung nicht gewußt wessen Person da vor mir steht. Als ich das Gespräch beendete kam mir ein andere Kollege angelaufen und fragte mich begeistert, weißt du überhaupt wer das war. Meine Antwort war nein, Kostolany kenne ich n i c h t. Erst viel Später habe ich durch die FAZ lesen können das ein neues Buch von diesen bemerkenswerten Mann rausgekommen sei. Das habe ich mir sofort geholt, es heißt " K O S T O L A N Y S Börsenseminar" für Kapitalanleger und Spekulanten von 1986. Zitat: Neben den drei großen G = Geld, Geduld und Glück braucht man vor allem Erfahrung und umfanreiche Kenntnisse, um an der Börse erfolgreich zu sein. Weiter : die Kursschwankungen in jeder Einzelheit zu verfolgen, das laufende Band zu beobachten, wie es die meisten Börsenteilnehmer tun, kann den Spekulanten in seiner nüchternen Überlegung stören und ungünstig beeinflussen. Also eine Schlaftablette und Ruhe bewahren. Nicht einfach für die USA, es geht! Wenn das alle machen?

Das ist zu viel des Guten. Der Autor irrt. Das, was wir gerade erleben, halte ich bestenfalls für eine technische Krise, aber keine Krise, die unser Denken verändern wird. Was uns gerade an den Finanzmärkten widerfährt, fasst in vier Wochen zusammen, was wir 2002 in einem Jahr erlebten. Wir erleben es intensiver, das ist wohl richtig. Danach geht es weiter, wie bisher, möglicherweise mit anderen, neuen Akteuren. Aber es geht weiter. Vielleicht hätten wir es einfacher, wenn die Märkte tatsächlich effizient wären. Tatsächlich liegt die Effizienz der globalen Leitmärkte nachweislich bei 25% von 100 möglichen. Das bedeutet: Die 20% Verlust in der letzten Woche von DAX® & Co wären auf 5% geschrumpft, wenn die Indizes tatsächlich effizient wären. In diesem Fall hätten es die meisten Menschen gar nicht bemerkt und für die Medien wäre es keine Titelseite. Also: Macht in Zukunft die Märkte, sprich Indizes, effizienter - Kapitalisierung und Umsatz reichen nicht mehr. Was für Energieanlagen gilt, gilt auch für Finanzmärkte. Gegenwärtig erzeugen die globalen Finanzmärkte noch viel zu viel „Abwärme“, die dann bei der Risikoabschirmung fehlt.

Das Jahrzehnte lange mediale Sperrfeuer für den Glorienschein der freien Markt- und Zockerkräfte ist weltweit versiegt. Frische Luft für freies und realistisches Denken, auch in der gesamten FAZ (in der Enklave Feuilleton hatte das ja immer wieder aufgescheint); Frank Schirrmacher mit von der Partie, das ist besonders erfreulich. Bei Forderungen nach der "Verstaatlichung der Banken" wäre man vor einem Jahr noch für psychiatriereif gehalten worden. Wie gesagt, die Gewissheiten sind dahin und es lässt sich durchaus weiterfragen: Sollten wir nicht gleich auch den Energiesektor mit vergesellschaften? Warum sollen z.B. Konzerne wie Eon neun Milliarden Gewinne einstreichen und die untersten 40% der Bevölkerung können kaum die Strom- und Gasrechnung bezahlen. Blinde staatssozialistisch zentralistische Fehler müssen ja nicht wiederholt werden; intelligente kommunale und regionale Lösungen stehen auf der Tagesordnung. Der Bund gibt den soliden Ordnungsrahmen vor.Wenn wir unsere existenziellen Grundlagen befragen, kommen wir um neues Denken bei Ökonomie, Ökologie, Gesundheit, Bildung, Kommunikation und Wohnen nicht herum. Der gesellschaftliche "Candide" könnte erwachen und die FAZ in eindeutig aufklärerischer Mission bläst ins Tenorsaxophon

"Wie konnten die Manager der Bank noch so tun, als sei nichts, obwohl ihnen seit Monaten bekannt war, dass ihr Geschäftsmodell in die Luft fliegen würde?" Diese Frage beantwortet das selbst schon, denn jeder, der nicht feststellen kann, daß sie es taten, der wird es in seinem Job ebenfalls tun. Typische Relativierung (auf zeitlich oder räumlich Nebenliegendes) führt zur Ablenkung von einer detaillierten Betrachtung des momentanen Ist-Zustandes.

Ich habe den Beitrag von Hn. Seifert echt genossen. Endlich jemand, der den Markt nicht anhimmelt. Na, wo ist der Markt denn? Beim leisesten Zweifel eines Umsturzes verschanzen sich viele Tanzende um den goldenen Kalb namens Markt hinter den bösen Staat. Diese Helden hatten den Fall der Mauer nur am Rande als Krönung unseres, bereits als verloren gehandeltes Traumes der Wiedervereinigung angesehen, sondern vielmehr als Opportunität, das Soziale in der soziaen Marktwirtschaft herunterzufahren. Die Rechnung ging einige Jahre auf, bis die ersten Kritiken an den Manager-Gehältern in einem Land ohne Mindestlohn laut wurden. Es widersprach dem Christlichen Glauben und dem gesunden Mensschenverstand, dass ein Mensch 1000mal mehr wert sein könne als ein anderer. Was diese Leute wert waren, hat sich soeben herausgestellt, es wäre aber auch in einer weniger blutigen Weide gegangen. Ich war 25 Jahre lang in der Großindustrie in leitender Stellung tätig und habe aus der Nähe betrachten können, nach welchen Kriterien die Kollegen ausgesucht wurden, die für die Karriere vorgesehen waren: Elternhaus, Verwandtschaft mit Großaktionären, Beziehungen zu Mächtigen, gewandtes Aufreteten. Sachverstand und Ehrlichkeit spielten keine Rolle.

Eliten sind an sich nichts schlechtes, sofern sie Moral in sich tragen. An letzterem mangelte es mehr als es gesund sein kann. Und schon sind wir bei der Gier. Gier ersetzte Moral. Aber nicht nur bei Eliten. Gier drückt sich mannigfaltig aus. Mehr Geld, mehr Macht, mehr (länger) Leben, mehr Vergnügen, mehr Freizeit, mehr Rente (früher Rente, weniger arbeiten) usw. Was wird morgen sein? Man wird sehen!

neigt dazu, Amok zu laufen. Man kann ihn, ähnlich wie bestimmte Kampfhunde, nicht unbeaufsichtigt gewähren lassen. Sicher ist auch, dass eher Herr Westerwelle umdenken muss, als die liebreizende Frau Wagenknecht.

Überlas ich einen Artikel , in dem Frank Schirrmacher seine Stimme gegen die FAZ-VWL-Lobby erhob ? Die FAZ hat sich stets gern beteiligt. Die Renditen/Werbekunden waren zu verführerisch. Doch: Selbstkritik wird nicht lange vorhalten . Die FAZ ist Teil des Systems - Unangenehmes zu verdrängen - bis es nicht mehr geht . Werbeträger für ein disperses Publikum - vom Zocker zum Wertkonservativen. Irgendwann ist es denn genug der Spannbreite . Wir liefern alles : Die FAZ - von der Aufklärung zur Regression ... passt wohl nicht mehr zusammen.

Die Krise wird vorübergehen wie alle Finanzkrisen, Spekulationsblasen etc. der vergangenen Jahrhunderte auch. Es wird Verwerfungen geben, einige werden reich, andere arm werden, evtl verschieben sich auch wirtschaftliche Zentren. So mancher Anleger, der heute seine Bank wegen "Falschberatung" verklagen möchte hat vor 2 Jahren noch geprahlt mit seinen Superrendite geprahlt. Hinterher ist man immer klüger. All denen, die in Sozialismusnostalgie verfallen sei gesagt, daß auch alle Versuche sozialistischer Staatsformen gescheitert sind und die Ideologieblasen im Crash mit gleichen Folgen einer schweren Wirtschaftskrise endeten. Der DDR blieb dieses Schicksal dank Wiedervereinigung und Transfers aus dem Westen erspart.

ein hervrragender kommentar aber wo war diese weisheit in den letzten jahren wo waren die kritischen berichte über herrn ackermanns 25 % eigenkapitalrendite über schremppels shareholdervalue oder über steinbrücks, clements und merz neoliberale plänkeleien? haben sie den herrn strihl, hundt und henkel widersprochen? idealismus, gutmenschentum und denken von vorgestern waren die vorwürfe die man da zu hören bekam . . . und jetzt hab ich recht und muss bezahlen, im gegensatz zu ihnen und vielen anderen die auch alles gewusst aber nichts gesagt haben. schade herr schirrmacher diesen artikel noch vor 4 wochen geschr5eben, das wäre was gewesen - so bleibt es bei der gewohnten bürgerlichen verspätung völker ihr hört die signale und tut trotzdem nicht recht könnte die neue hymne lauten norbert illig worms

… jetzt stellen Sie zuerst eine Beziehung zwischen Derivaten und Atomstrom her – fast so als würde es sich bei Kernkraftnutzung um irgendwelche unseriösen, quasi übersinnlichen Phänomene handeln, obwohl hier ja tatsächlich eine ganz konkrete Wertschöpfung betrieben wird, der physikalische Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegen (was man vom Derivatehandel ja so nun nicht sagen kann), dann drohen Sie uns auch noch mit dem Klimawandel, der, obwohl immer wieder von unseren Politikern versprochen, sich einfach nicht einstellen will. Ach, daß er doch endlich käme, diese Kaltzeit beendete und wir wieder ein Klima hätten wie zur letzten Warmzeit! Dann könnte man sich auch mal mit der F.A.Z. in die Sonne setzen, statt hier im beheizten Zimmer vorm Rechner zu hocken.

Mich erinnert das Tohuwabohu dieser Tage an die Vogelgrippen-Epidemie (die niemals ausbrach) vor einigen Jahren. Die Leute horten heute Geld und Gold wie damals dieses Grippemittel. Wie hiess es nochmal ? Die Damen und Herren sitzen bis heute auf ihren langsam verderbenden Packungen. Dabei immer dieses unterschwellige Triumpfgeheul, "Ich werde überleben, du nicht!"

...für diesen Beitrag. Dass Sie Daimond zitieren, zeigt nämlich die wahren Ursachen auf. Diese gelten übrigens auch für die andere große Krise, der der Umweltzerstörung. Homo Sapiens ("Der dritte Schimpanse", siehe gleichnamiges Buch von Jared Daimond) verhält sich beim Fehlen von natürlichen Grenzen genauso irrational und unreflektiert, eben hormongesteuert, wie andere Menschenaffen. Tiere eben, die historisch gesehen gerade mal angefangen haben, über sich selbst nachzudenken. Die von Vernunft, Aufklärung und Weitsicht aber noch Jahrtausende entfernt sind... Doch Vorsicht vor den Heilspredigern, egal in welchem Gewand sie daherkommen. Ob Sozialismus, Faschismus oder Theokratie, alle sind komplett falsche Antworten auf die Krisen der Menscheit. Nur die Marktwirtschaft innerhalb einer freien humanistisch aufgeklärten Gesellschaft birgt gerade wegen Ihrers biologisch determinierten Ursprungs überhaut die Möglichkeit auf Chancengerechtigkeit. Es gilt die Grenzen dieser Ordnung ohne autoritäre Beschneidung der Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums gesellschaftlich (und damit "natürlich") zu definieren. Nach oben (Eindämmung der Gier), wie nach Unten (Eindämmung der Armut). Das Grundgesetz bietet hier bereits den Rahmen.

Es fällt auf, dass bei jeder großen Krise Gott ins Spiel gebracht wird. Formulierungen wie "Routinetermin im permanenten Strafgericht Gottes" oder "wie ein gütiger Gott eine solche Katastrophe hatte zulassen können" setzen dabei bewußt oder unbewußt immer einen Akzent auf die Schuld oder mindestens die Mitschuld Gottes. Wie wäre es, wenn wir anerkennen könnten, daß menschliches Fehlverhalten Konsequenzen hat, für die wir und sonst niemand verantwortlich ist. Gott hat insofern etwas damit zu tun, als er uns immer wieder davor gewarnt hat. Vielleicht fangen wir einmal an, auf ihn zu hören.

He, ihr... He ihr - ihr Spaßmacher da oben, du - Peanut-Macher und du - Politclown, glaubt ihr denn noch, daß wir euch glauben, daß wir euch wirklich noch vertraun? Wir soll´n euch wählen, in die heeren Ämter, wo ihr doch selbst nicht wisst, was ihr da tut, wo ihr wie Luftballons am blauen Himmel nur bunt sagt: bald wird alles gut. Ihr betet bei Billiarden Schulden, die ihr dort selbst verbrochen habt, von Sparen und von leeren Töpfen, habt euch am Honig noch gelabt. Unmöglich wird es jemals uns zu tilgen, was heut an Schulden wird gemacht. Zu oft mit Inflation betrogen sind wir auf schlechtem Weg - habt acht! Von Arbeit kann man bald nicht leben, legal betrügen, - heißt die Kunst im Staat. Zur Ehrbarkeit hab ich mein Kind erzogen - „Wozu das noch?“ ist - was ich frag.

Aufsichtsräte und Vorstände börsennotierter Unternehmen waren sich in der Vergangenheit einig: Einzig zählt die Vermehrung des Shareholder Value (englische Bezeichnung für Aktionärsvermögen). Die Wirtschaftspresse, einschließlich Radakteure des Ressorts Wirtschaft der FAZ, standen diesem Gedanken sehr wohlwollend gegenüber und unterstützten ihn. Es galt eben als das bestmögliche aller Systeme. Hinterher wissen aber alle es besser, daß "keine Bäume in den Himmel wachsen." Außerdem ist Sharholder Value von Managern bis zum (kriminellen) Börsenschwindel mißbraucht worden. Hauptsache, die Tantieme stimmte. Jegliche Bodenhaftung ging verloren. Hoffentlich werden die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft langfristig an die jetzigen Vorgänge und deren Folgen für den Geld- und Kapitalmarkt denken. Dafür fehlt mir aber der Glaube.

Etwas differenzierter hätte wirklich nicht geschadet. Z.B. ging es für vernünftige Menschen wohl kaum in den letzten Jahren darum, dem Staat generell zu misstrauen und den Finanzmärkten einen Persilschein auszustellen. Zu misstrauen war aber - und ist und wird auch in Zukunft sein - der Vorstellung, der Staat - also eigentlich: alle anderen in der Gesellschaft - hätte gefälligst durch allerlei übergreifende Mechanismen mein Lebensglück zu besorgen. Nein, weiter gilt: Eigenverantwortung statt Kryptosozialismus! --- Und dass manches Treiben auf den Finanzmärkten nicht ganz koscher sein konnte, das war nun wirklich allzu offensichtlich, darüber war entsprechend viel zu lesen und zu hören. Nur dass die Staaten, auf die es hier angekommen wäre, all die Jahre nicht eingeschritten sind, nur um jetzt einen umso schlimmeren Stall auszumisten. Was uns das lehrt: Die Staaten, die dies zuließen, sind wohl offensichtlich auch nicht wirklich verlässlicher als die Finanzmärkte. --- Verabsolutierte Staatsgewalt hat z.B. im Stalinismus grausliche Folgen gehabt, von denen die ökonomische Dauermisere fast noch die erträglichste war. So schlimm können die Finanzmärkte nie werden - das denke ich, unverändert.

Wenn diese Krise mit einem Tsunami oder einem Erdbeben, die wirkliche menschliche Tragödien darstellen, verglichen werden, ist es weit gekommen. Es geht bei dieser Krise um eine Korrektur von substantiellen Werten, da in den letzten Jahren viele Werte auf Kredit geschaffen wurden. Das rächt sich nun. In wenigen Jahren werden wir allerdings wieder auf oder über dem jetzigen Stand (bei den Börsenwerten) stehen. Aber daraus einen Vergleich mit wirklichen Todesfällen zu ziehen, halte ich für unglaublich, denn die lassen sich nicht korrigieren. Auch das ausgerechnet diese Zeitung den sogenannten Neoliberalismus und die vermeintliche Elitenbildung beklagt, ist wirklich des Nachdenkens wert. Und des Umdenkens: Vielleich doch mal dieses Abo kündigen und Die Welt ausprobieren...?

Lieber Herr Schirrmacher, Sie fragen sich was morgen sein wird? Sie tun so, als ob das die Größte Kriese ist, die der Mensch jemals durchgemacht hat. Ich bin mir sicher, dass Sie nie gehungert haben und das Ausmaß der Krise nicht verstehen. Ich möchte das nicht kleiner machen als es ist, was wir hier gerade durchmachen ist für keinen von uns leicht, aber Sie stellen die gesamte Gesellschaft in ein System welches für Ihre Anschauung nicht richtig ist. Ihre ausgezeichneten Geschichtskenntnisse sind Ihnen in Zeiten wie diesen anscheinend sehr von Vorteil, trägt aber ehrlich gesagt gar nicht zum Thema bei (muss Ihnen einer ja mal sagen ). Sie verbreiten der gleichen Quark wie die öffentlich rechtlichen Fernsehsender aktuell. Aber warten Sie es ab, im nächsten Jahr ist das Problem behoben, und wir kennen eine Fehlerquelle mehr. The show must go on...!

1) Die NY Times brachte gestern einen langen Artikel darüber, wie Alan Greenspan - mit Hilfe von Präsdient Clinton und Parlament - eine mutige Beamtin kaltstellte, die eine strengere Kontrolle der Derivate forderte. Das war 1999! Die Begründung der Mittäter heute: "Wenn Greenspan etwas sagte, dann haben wir ihm geglaubt". "Er wirkte so überzeugend hinter seinen Brillengläsern", oder: "Wenn ich ihn nicht verstanden habe, dann hab' ich mich nicht getraut, genauer nachzufragen!" 2) Ergo: ES GIBT KEINE unabhängige Wirtschaftswissenschaft, weder in den USA noch hier. Entweder sind sie gekauft oder unfähig. Keine intellektuelle Elite nirgends: nur ein Rudel Groupies, das sich vor Aufregung ins Höschen pisst, wenn ihr Idol, der große Greenspan aufkreuzt... 3) Keiner will die Derivate begriffen haben - aber 10.000 Bankangestellte haben damit jahrelang ihr "Brot" verdient. 4) Über all das sollten Atomkraft-Befürworter einmal gut nachdenken. 5) Und auch die NATO-Befürworter("Verantwortung"!) 6) Die Finanzkrise wird uns als harmlos erscheinen, wenn der Klimawandel da ist. 7) Wenn Schirrmacher sich als lernfähig erweist, so macht das Hoffnung. 8) Wir können die politischen Spielräume, die sich nun öffnen werden, KONSTRUKTIV nutzen.

Halt ! Im Gegensatz zu schleichend wirksamen Katastrophen, wie dem Artensterben, der allmählichen Unwirksamkeit von Antibiotika, der Verschwendung unserer Energieträger oder der demografischen Entwicklung, ist bei der Finanzkrise (noch) gar nichts substantielles passiert. Kein Erdbeben hat Länder zerstört, kein Tsunami Städte überrollt und auch kein Mega-Vulkan hat irgendwelche echten Werte unter Asche vergraben. Ein Marsmensch der uns aus dem Orbit beobachtet wüsste nicht wieso die ganzen Menschen plötzlich so aufgeregt tun oder gar in den Fabriken aufhören zu arbeiten, er würde keinen echten Grund erkennen können. Wir haben nur ein paar Bits in Bankcomputern geändert und festgestellt, daß die Regeln nach denen wir dies in der Vergangenheit auch schon getan haben plötzlich zu sehr überraschenden Ergebnissen, Reaktionen und Zahlen geführt haben. Nichts ist passiert, nur die Bits in den Computern stehen anders als erwartet. Mehr nicht ! Unsere Welt-Gesellschaft sollte möglichst schnell erkennen, daß die "Finanzkrise" für die Menschheit ein ziemliches 'Luxusproblem' bzw. Nicht-Problem ist. Wenn ein Komet die Erde trifft, ein Kernkraftwerk explodiert oder eine unheilbare, weltweite Epidemie ausbricht, DAS wäre ein echtes Problem..

Die maßgebliche Ursache des Finanzbankrotts hat u. a. seit Jahren der Nationalökonom Roland Baader (Hayek-Schüler) immer wieder fundiert, scharfsichtig und drastisch beschrieben: Es ist das deckungslose Papiergeld, das durch Notenbanken und Politiker beliebig manipulierbar ist und permanent zu gigantischen Schuldenpyramiden zu Lasten der Bürger aufgetürmt wurde und wird. Sein erschreckendes Fazit: Nicht ob der Staatsbankrott kommt, ist mehr die Frage, sondern nur noch wann – mit unabsehbaren gesellschaftlichen Folgen (Literaturhinweis: "Geld, Gold u. Gottspieler – Am Vorabend der nächsten Weltwirtschaftskrise" Resch-Verlag 2004).

Das hatten wir doch alles schon 2001/2002 und diemal passiert genau das gleiche. Bei etwa 2000 stabilisiert sich der DAX, dann ein Jahr der Demut und dann schreit wieder alles nach zweistelligen Renditen. Man könte natürlich auch in ein Casino gehen, die Atmosphäre ist da einfach besser als in einer Bankfiliale. Die Chance zu gewinnen ist aber dieselbe knapp 1:1.

Die Gesellschaft ruinieren, weil man sich den Folgen entziehen kann ? Das gilt aber nicht allein für den Finanzbereich, wie man an "Gentrifzierungs-" oder sagen wir besser: Segregationstendenzen, erkennen kann. Oder etwa an dem zunehmenden Interesse bürgerlicher Liberaler, die eigenen Kinder via Privatkindergarten und -schule vor den Resultaten liberaler Politik zu bewahren. Oder nehmen wir Medienschaffende, die sich zwar gerne für ihren freundlichen Umgang mit marktwirtschaftskritischen Positionen die Distinktionsgewinne "auszahlen" lassen, aber nicht deren kargen Lebensstandard teilen mögen. Zudem: Alle Jahre wieder ! "Junk Bonds" Mitte der 80iger, Finanzderivate Mitte der 90iger, "Neuer Markt" keine fünf Jahre später: Sollte, so Gott will, diese Finanzkrise "irgendwie" mit blauem Auge überstanden werden, werden sich "neue Möglichkeiten auftun". Solange in den westlichen Industriestaaten der gut und besser verdienenden Mittelschicht auch noch Wohlfahrtsgewinne versprochen werden, wird sich am Drang nach "Wachstum" nur wenig verändern. Anders formuliert: Solange gut verdienende Journalisten nicht nach Jena-Lobeda ziehen, um ihre Ideale auch "zu leben", glaube ich nicht an "grundlegende Veränderungen". ;-)

Beeindruckend war das Organigramm des deutschen Bundesministeriums der Finanzen. Beruhigend war die Existenz des BAFin. Bis jetzt. Aber jetzt hat sich mein Denken geändert. Ich frage mich, ob Qualifikation und Fähigkeiten der Aufsichtsbehörden ausreichen, um uns, die Bürger, die kleineren und mittleren Unternehmen, durch Warnungen, Prognosen und Vorsorgemassnahmen vor dem Kollaps des Finanzsystems und damit vor dem wirtschaftlichen Aus zu retten. Sollte es eine langfristige schwere existenzvernichtende Krise geben würde ich denken, dass Politiker und Staatsbeamte in molochartigen Ministerien "mitverantwortlich" waren, nicht die Gier des kleinen Mannes. Es geht nicht nur um die wirtschaftliche Existenz von Familien, angehenden Berufsanfängern, um die Zukunft der kleinen und mittleren Unternehmen, sondern um etwas viel wichtigeres: um die politische Stabilität und den sozialen Frieden.

"Die Krise verändert nicht nur die Welt, sie verändert auch das Denken." Ich würde es nicht denken nennen. Ich nenne es lieber Automatisierung von Vorstellungen, die auf zeitlicher und räumlicher Kontext- und Detailfreiheit beruhen, wo dies für den eigenen kurzfristigen Vorteil von belang ist. Überlegen Sie: wieso muß jemand erst seine Zukunft absichern, um gegenwärtig funktionsfähig zu sein? Oder vielmehr: diese Personen zeigen damit an, daß sie durch die Aussenwelt zu stark beeinflußbar sind (was ins Gegenteil umschlagen kann: daß sie zu wenig beeinflußbar sind - selten kommt es zu einem Ausgleich zwischen diesen beiden Extremen). Zudem ist es so, daß diese Personen auch zu ihrem Vorteil zeitliche und räumliche Kontext und Details ausblenden. Ein System, daß auf Befehlen und Verboten basiert, statt auf Erklärungen und Alternativangeboten, es muß "einatmen".

Uns wurde beigebracht, dass die Geschichte so ist, wie sie uns von den USA verkauft wurde. Uns wurde beigebracht, dass unser grosser Bruder USA überall auf der Welt für Frieden Freiheit, Demokratie etc. kämpft. Uns wurde beigebracht, dass Wirtschaft nach dem US-System zu funktionieren hat. Uns wurde Ende der 1960er beigebracht, dass man seine Schulden und Einkäufe auch mit Papierschnipseln bezahlen kann, wenn nur alle dran glauben. Uns wurde beigebracht, dass wir nur solchen Meldungen glauben dürfen, die uns von unserem großen Bruder, dem wir vertrauen sollten, zugespielt wurden. uns wurde beigebracht, dass wir uns um eine eigene Meinung nicht kümmern müssen. Nur: ALLES war gelogen und zwar mit System. Die Idee der FED (die Geschichte der Federal Reserve ist eine Gechichte von Verbrechen) war es von Anfang an, eigene Bürger und in der Folge auch die Bürger von US-Satellitenstaaten zu melken und das hat bis hierhin HERVORRAGEND funktioniert. Der Kollaps stand schon mehrfach an der Haustür und ist bisher mit einem nach frecheren Coup abgewendet worden. Wir sollten uns deshalb fragen: Was plant dieses System als nächstes ?

Das Markt-Paradigma ist in den zurückliegenden Jahren vollkommen hypertrophiert. Als gesellschaftlicher Wertmaßstab sollte der Markt alles richten, Qualität und Leistung gerecht bemessen. Der Markt ist ein brauchbares Instrument, um über Angebot und Nachfrage die Allokation von Ressourcen möglichst effektiv zu gestalten. Punkt. Alles darüber hinaus ist pure Ideologie. Der Markt belohnt - erstens - nicht "Leistung" oder "Qualität", sondern einzig Knappheit. So kann er Drogenhändler und Kinderpornographen genauso belohnen wie er Hersteller von arbeitsaufwendiger Qualität bestrafen kann. Wer ihn blind walten lassen will, sollte sich über die Folgen nicht beklagen. Um so mehr, als der Markt - zweitens - die Tendenz zur "Übertreibung", zum Marktversagen und zur Aufhebung der freien Konkurrenz stets in sich trägt - Letzteres bildet ja gerade das Ziel der Einzelakteure. Erstens und zweitens: Die, die uns den Markt-Mythos als gesellschaftliches Leitbild verklärten, gehören zu den letzten uns verbliebenen Ideologen. Ihr Bankrott ist spätestens jetzt offensichtlich.

Die Demagogen der Metaphysik des Marktes werden uns jedenfalls keine glaubwuerdigen Alternativen aufzeigen koennen. Dazu haben Ackermann, Merkel und Co. sich zu sehr fuer die Kapitalisierung unserer Lebenswelt eingesetzt und das Vertrauen der Menschen missbraucht. Es waere wuenschenswert wenn Herr Schirmachen weniger sybillisch schreiben wuerde und ausbuchstabierte welche Art von Verstaatlichungen er vorschlaegt.

Die Miesmacher von gestern, die damit auch noch reich wurden, danken gerade ab und der Mensch könnte bald wieder wirklich im Mittelpunkt stehen. Zuletzt war er nur noch eine Restgrösse im Spiel der Masters of the Universe und sollte schon froh darüber sein, dass man ihn zu Mickerlöhnen überhaupt noch beschäftigte. Gut möglich, dass es bald gar keine Löhne mehr gibt, dafür aber die grenzenlose Freiheit, die jeder geniessen kann, der dem Käfig der Unvernunft entkommen ist.