Edelmetalle

Preisrückgänge zunächst beendet

Der freie Fall, in dem sich die börsengehandelten Edelmetalle seit Mitte Juli vier Wochen lang befunden haben, scheint fürs Erste beendet zu sein. Die Preise stabilisieren sich. Platin gilt wegen chronischer Knappheit sogar als Kandidat für eine kräftige Erholung

Lesermeinungen zum Beitrag

30. August 2008 10:15

Nur ein Zwischentief (Teil II)

Justus Möser (Advocatuspatriae)

Silber wird nämlich für immer mehr Anwendungen gebraucht, namentlich in Wachstumsbranchen wie der Medizin- und Supraleitertechnologie. Schließlich bleibt festzuhalten, daß die Investorennachfrage nach physischen Edelmetallen gerade wegen der fallenden Preise stark angezogen hat: Wer in physische Edelmetalle investiert, der denkt langfristig und läßt sich sich von einem kleinen Zwischentief nicht beirren. Ja, beim Silber ist die Nachfrage so groß, daß viele Edelmetallhändler die gängigen Anlagemünzen – amerikanischer Silver Eagle, kanadisches Silver Maple Leaf und österreichischer Silber Philharmoniker – gar nicht mehr liefern können, obwohl die österreichische Münze mittlerweile im Dreischichtbetrieb arbeitet. Bedenkt man zudem die erwähnten Produktionsschwierigkeiten Südafrikas, die ja zwingend eine Angebotsverknappung bewirken, so wird offenkundig, daß der Preisverfall bei Edelmetallen nur vorübergehend sein kann, möglicherweise das Resultat von Marktmanipulationen war. Es ist daher nach wie vor richtig: Physische Edelmetalle bleiben attraktiv, besonders für langfristig denkende Investoren.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
30. August 2008 10:13

Nur ein Zwischentief (Teil I)

Justus Möser (Advocatuspatriae)

Daß der Preisverfall der Edelmetalle mit dem Erstarken des Dollars zusammenhing, ist richtig. Was aber die Henne und was das Ei war, sei dahingestellt. Denn nicht nur der Einbruch der Edelmetallpreise kann „mit fundamentalen Argumenten nicht überzeugend belegt werden“ – für die Aufwertung des Dollars gibt es in Anbetracht in Anbetracht nach wie vor niedriger Leitzinsen in den USA sowie anhaltend hoher Verschuldung der öffentlichen und privaten Haushalte in den USA keinen ersichtlichen Grund. Ob also Spekulanten Edelmetallfututes und -optionen an den Warenterminbörsen abstießen, weil der Dollar aufwertete, oder ob es sich nicht viel eher um eine politisch gewollte Intervention handelte, also große Spieler auf Betreiben der US-Regierung Futures und Optionen abstießen, um so die gefährliche Talfahrt des Dollars zu stoppen, ist eine offene Frage. Ebenso richtig ist ferner, daß die langfristige Entwicklung der Edelmetallpreise von den physischen Märkten bestimmt wird. Kurzfristig mag es hier Einbußen bei der Nachfrage geben, weil die Industrie wegen der sich abzeichnenden Abkühlung der Weltkonjunktur weniger Edelmetalle nachfragt. Mittelfristig ist aber eine hohe industrielle Nachfrage gewiß, besonders bei Silber.

Diese Lesermeinung bewerten Belanglos Lesenswert
1 - 2 von 2 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche