21. November 2008 Im Mordfall der achtjährigen Michelle aus Leipzig haben die Ermittler laut Zeitungsberichten bei der Spurensicherung in einem Schulkeller auch Blutreste entdeckt. In dem Keller sei mit Hilfe der Chemikalie Luminol nach Blutspuren gesucht worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Dass Blutanhaftungen gefunden wurden, wollte er nicht bestätigen. Die in den drei Kellerräumen insgesamt 600 gesicherten Spuren, unter diesen Haare, Hautschuppen, Fingerabdrücke oder Faserspuren, würden nun im sächsischen Landeskriminalamt kriminaltechnisch analysiert.
Mehrere Zeitungen hatten am Freitag übereinstimmend berichtet, in dem Keller des Gymnasiums nahe der Wohnung von Michelles Familie seien Blutspuren gesichert worden. Noch sei aber unklar, ob sie von der Achtjährigen stammen. Mit ersten Ergebnissen der kriminaltechnischen Untersuchung rechnet die Polizei nach Angaben des Sprechers frühestens Ende kommender Woche. Um zu klären, ob Michelle in dem Schulkeller war und ob dieser der Tatort sein könnte, müssten mögliche Fremdspuren von den Spuren zutrittsberechtigter Personen getrennt werden.
Knapp 1600 Hinweise
Michelle war am 18. August auf dem Heimweg vom Ferienhort verschwunden. Drei Tage später wurde ihre Leiche in einem Teich entdeckt. Auf der Suche nach dem Mörder des Mädchens überprüfte die 75-köpfige Sonderkommission seither knapp 1600 Hinweise aus der Bevölkerung, befragte mehr als 600 Zeugen und wertet insgesamt 3300 Spuren aus - bislang ohne Ergebnis. Ein seit Anfang November per Phantombild als Zeuge gesuchter Mann ließ sich zunächst nicht identifizieren.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa