23. Juni 2009 Nach Informationen der englischen Tageszeitung Times könnte Max Mosley auf eine erneute Kandidatur für den Präsidentenposten des Internationalen Automobilverbandes Fia verzichten und damit den Existenz-Streit in der Formel 1 mit den Rebellen-Teams beenden. Es gebe Anzeichen, dass Mosley einen solchen Schritt in Erwägung ziehe, berichtete die Londoner Zeitung einen Tag vor der mit größter Spannung erwarteten Sitzung des Fia-Weltrats an diesem Mittwoch in Paris.
Voraussetzung für eine solche Entscheidung sei aber, dass die Teamvereinigung Fota ihre Attacken aus Mosleys Sicht auf den Internationalen Automobilverband und den Präsidenten einstelle. Im Hauptsitz des Motorsport-Dachverbandes fallen die Würfel. Entweder wird es dann heißen: Rien ne va plus für die Formel 1, wie sie die PS-Fans derzeit erleben, wenn Streitfigur Mosley eine weitere Kandidatur nach seiner im Oktober endenden Amtszeit ankündigt. Oder es kommt zur Last-Minute-Lösung - ob durch ein mögliches Misstrauensvotum, das der italienische Verbandschef im Auftrag von Ferrari-Boss Luca di Montezemolo angeblich stellen soll, oder durch ein mehr oder weniger freiwilliges Einlenken Mosleys, der seit 1991 den Posten innehat. (siehe auch: Aufstand gegen die alten Männer)
Selbst Weltrat kann Mosley nicht absetzen
Vor einem Jahr hatte Mosley selbst nach der Videoaffäre die Vertrauensfrage gestellt - und war mit beeindruckender Mehrheit in seinem Amt von der Vollversammlung der insgesamt 222 Fia-Mitglieder bestätigt worden. So wird auch der Weltrat den 69-jährigen Briten gar nicht absetzen können. Entscheidend für das weitere Vorgehen wird nach dem Times-Bericht der mögliche Auftritt von di Montezemolo sein. Sollte der Ferrari-Präsident und Fota-Chef den Fia-Boss mit seinem Verband erneut aus Mosleys Sicht attackieren, werde der Brite keine andere Wahl haben, als zu bleiben, schrieb die Times.
Entzündet hatte sich der seit Monaten tobende neuerliche Machtkampf in der Königsklasse vor allem an dem von der Fia bereits beschlossenen Budgetlimit von 45 Millionen Euro. Die acht Fota- Rennställe Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, BrawnGP, Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso kündigten eine eigene Rennserie an. Eine Gesprächsofferte Mosleys, der von juristischen Schritten gegen die Rebellen wieder Abstand nahm, lehnten die Fota-Teams ab. (siehe auch: Formel-1-Kommentar: Schlacht um die Macht)
Text: FAZ.NET mit dpa.
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