Die Zeit von Kurt Gravemeier als Bundestrainer der Springreiter läuft ab. Der 50-Jährige wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Die deutschen Springreiter waren bei den Olympischen Spielen das erste Mal seit 80 Jahren ohne Medaillen geblieben.
Kaum sind die Olympischen Spiele vorbei, tauchen die Bahnradfahrer, Sportschützen und Kanufahrer wieder in die Anonymität ihrer Deutschen Meisterschaften ab. FAZ.NET würdigt die Rauhes und Munkhbayars dieses Wochenendes. Von Achim Dreis
Olympische Spezialisierung: Raus aus der Sonnenfinsternis
Die Gerüchte, dass weitere deutsche Reiter bei den Olympischen Reiterspielen in Hongkong mit positiven Tests aufgefallen sind, scheinen sich nicht zu bestätigen. Doch beim Pferd des Brasilianers Rodrigo Pessoa wurde eine verbotene Substanz festgestellt.
Ist Christian Ahlmann in Hongkong in eine Falle getappt? Nach dem olympischen Dopingfall versucht der Springreiter, sich mit einer Verwirrungstaktik aus der Schusslinie zu bringen. Der Fall scheint undurchsichtig. Dabei ist alles doch recht einfach. Von Evi Simeoni
Wird die Rangfolge des Hammerwurf-Finales bei Olympia wieder durcheinander gewirbelt? Silber und Bronze müssen möglicherweise neu vergeben werden - weil die Weißrussen Dewjatowski und Tichon unter Dopingverdacht stehen.
Und nun: vier Jahre warten. Ginge das nicht jährlich: Olympia? Was nützen Athleten, die sich vier Jahre lang unsichtbar in seltsamen Spezialdisziplinen abarbeiten? Nur um irgendwann zum Strichlein im Medaillenspiegel zu werden? Der Zuschauer will Sport, von dem er jede Woche etwas hat. Von Christian Eichler
Der sportliche Aufstieg Asiens ist eines der auffälligsten Ergebnisse der Spiele von Peking. Nicht nur die Supermacht China oder die etablierten Kräfte Japan und Südkorea haben gewonnen, sondern der ganze Kontinent: von Afghanistan über Indien, die Mongolei bis hin zu Singapur oder Taiwan.
Nun liegt das Ergebnis vor: Auch die B-Probe von Christian Ahlmanns Pferd Cöster ist positiv. Dort wurde ebenfalls die verbotene Substanz Capsaicin nachgewiesen. Nun droht Ahlmenn eine Sperre - doch er will sich dagegen zur Wehr setzen.
Olympiasieger Matthias Steiner plant die Vermarktung seines Erfolgs. Er ist auf der Jagd nach einem Werbevertrag. Dass Chemnitz für ihn weiter eine Rolle spielt, will er dabei nicht versprechen. Die Stadt hofft auf die Nachwirkungen eines herzlichen Empfangs. Von Lena Bopp, Chemnitz
Bislang war die Aussicht auf 2012 den meisten Engländern, Schotten oder Nordiren egal. Die Erfolge von Peking haben das geändert. Ein missgünstiger Seitenhieb auf Olympia-Gastgeber London kommt aber aus Schottland. Von Johannes Leithäuser, London
Eine Mafia habe es geschafft, Kuba durch einen dreisten Raub um seine Medaillen zu bringen, zürnte Fidel Castro nach den enttäuschenden Box-Resultaten. Nach dem Skandal durch Angel Valodia Matos im Taekwondo hatte er gewettert: Nichts kann mich dazu bringen, gegen diese Mafia zu schweigen.
Im offiziellen Medaillenspiegel liegt Gastgeber China klar vor den Vereinigten Staaten. Doch die Amerikaner und ihr Präsident rechnen sich die Spiele von Peking schön - und kommen so locker und leicht auf 125 Goldmedaillen. Von Jürgen Kalwa, New York
Wer zu den Olympischen Spielen fahre und positiv sei, könne doch nur ein Volltrottel sein, erklärte Doping-Experte Werner Franke: Die Kontrollen hätten vier bis zehn Wochen vorher gemacht werden müssen.
Europa - ein Gewinner von Peking. Die Starter der EU-Staaten gewannen 87 Goldmedaillen, genau so viele wie China und Amerika zusammen. Doch die individuellen Bilanzen fielen zwiespältig aus. Von Christian Eichler
Bildergalerie Einen Tag nach dem Ende der Olympischen Spiele sind die deutschen Sportler am Frankfurter Flughafen empfangen worden: vor allem Lena Schöneborn, Jan Frodeno und Timo Boll wurde gefeiert, selbst für Stimmung sorgten die Hockey-Herren.
Die einen wollten die perfekte Inszenierung, die anderen suchten Authentizität: In den vergangenen sechzehn Tagen segelten China und der Westen komplett aneinander vorbei. Jetzt könnte Olympia zur Chiffre einer umfassenderen Angst werden. Von Mark Siemons, Peking
Ein überzogener Nationalismus war während der Olympischen Spiele nicht zu spüren, nur selten gab es unfreundliche Töne. Im Glanz des Erfolges braucht sich Chinas Nationalismus nicht zu behaupten. Doch besteht die Gefahr, dass die antiwestlichen Töne wieder lauter werden. Von Petra Kolonko, Peking
Es ging um Lieblingsunterwäsche, i-Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen, defensive Attacken, verbrannte Extrawürste und den Frosch, der ins Milchglas gefallen ist: FAZ.NET hat die besten Sprüche der beiden Olympia-Wochen gesammelt.
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