Die Welt der Zahlen

12. November 2008 Zahlen sind, wenn sich Menschen verständigen wollen, oft von besonderer Bedeutung. Ohne sie sind Kalender, nach denen Saat und Ernte geregelt werden, kaum denkbar. Und wer wollte eine Familie verpflegen, wenn er nicht wüsste, wie viele Mitglieder sie hat? Da mag es überraschen, dass die Menschen in einigen Kulturen nur bis drei zählen. Schaut man ein wenig hinter die Kulissen, kann man allerdings Erstaunliches erkennen. Da ist zum Beispiel die Volksgruppe der Kobon in Papua-Neuguinea, die zwar kein System abstrakter Zahlwörter hat, aber die verschiedenen Körperteile mit Zahlen assoziiert. So steht etwa der Oberarm für "neun". Harald Haarmann hat eine lehrreiche "Weltgeschichte der Zahlen" verfasst, die bis zum Homo erectus zurückführt. Dieser hat schon in Knochen erlegter Tiere Zeichen eingeritzt, deren Anordnung nicht willkürlich entstanden sein kann. Der Autor geht auch auf so exotische Systeme wie die Quipus der Inkas und erste Notationen in der Donauzivilisation ein.

G.P.

Harald Haarmann: "Weltgeschichte der Zahlen". Verlag C. H. Beck, München 2008. Taschenbuch, 128 S., 7,90 Euro.



Buchtitel: Weltgeschichte der Zahlen
Buchautor: Haarmann, Harald

Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2008, Nr. 265 / Seite N2