20. Oktober 2008 Bob Hope, Sammy Davis Jr., Frank Sinatra - und nun Justin Timberlake. Als Sänger, Entertainer und Schauspieler hat der 27-jährige Popbarde aus Memphis/Tennessee zwar noch nicht die Liga seiner berühmten Vorgänger erreicht, aber immerhin ist der Ex-Sänger der Boy-Group NSYNC jetzt die 14. Celebrity (Berühmtheit), die als Gastgeber eines Turniers der amerikanischen PGA Tour fungiert.
Am Wochenende fanden auf dem Platz von TPC Summerlin in Las Vegas die Justin Timberlake Shriners Hospitals for Children Open stattt. Das Turnier mit dem sperrigen Namen gehört zu der so genannten Fall Series, bei der sich im Herbst vor allem die zweite Garde um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes kämpft. Das Turnier gewann der 30-jährige Amerikaner Mark Turnesa, ein Spross einer berühmten Golfdynastie.
Turnesa hat sich seinen Platz auf der Tour gesichert
Sein Großonkel Jim gewann 1952 die PGA Championship, sein Großvater Mike gewann sechsmal auf der PGA Tour und belegte hinter der Golflegende Ben Hogan 1948 den zweiten Platz bei der PGA Championship. Weitere Brüder seines Großvaters verbuchten ebenfalls Golfsiege: Joe Turnesa feierte 15 Siege auf der PGA Tour, Willie, der einzige Amateur der sechs Brüder, siegte 1938 und 1948 bei der US Amateur und 1947 bei der British Amateur.
So weit ist der Jüngste dieser Golfer-Familie noch lange nicht. Mark Turnesa qualifizierte sich erst im Vorjahr für die lukrativste Turnierserie der Welt, aber bis zu dem sonnigen, aber am Ende windigen Tagen von Las Vegas war er als 138. der Money List weit von Platz 125 entfernt, der die Spielberechtigung für die nächste Saison sicherte. Mit dem Siegespreis von 738.000 Dollar machte er in der Geldrangliste nicht nur einen Sprung auf den 75. Platz und qualifizierte sich für das Mercedes Tournament of Champions auf der Hawaii-Insel Maui, bei dem nur die Turniersieger des Vorjahres startberechtigt sind. Dazu hat er sich durch die zweijährige so genannte Exemption für Turniersieger seinen Arbeitsplatz auf der PGA Tour für die Jahre 2009 und 2010 gesichert. Zudem ist er damit für das Masters im April qualifiziert.
Die Gemeinsamkeit zwischen Alice Cooper und Timberlake? Golf
Da würde auch Justin Timberlake gerne einmal mitspielen. Noch im letzten Jahr verkündete der Sänger, dass es sein Ziel sei, wenigsten ein oder zwei Mal bei einem Turnier der PGA Tour gegen Profis anzutreten. Denn der Mann mit dem Südstaaten-Akzent, der Ex-Freund von Britney Spears und der Schauspielerin Cameron Diaz, ist ein fanatischer Golfer. Wie sein Kollege Alice Cooper, der seine Leidenschaft für den Sport einmal mit dem Bonmot Als Popstar kannst du entweder den ganzen Tag trinken oder Drogen nehmen - oder du spielst Golf begründete.
Timberlake hat sich für Golf entschieden und ist Mitglied im exklusiven Sherwood Country Club in Los Angeles. Er beschäftigt einen eigenen Golflehrer und hat es immerhin schon zu dem respektablen Handicap von -6,0 geschafft. Aber wie weit ein Amateur mit dieser Vorgabe noch von der Klasse von Tourspielern entfernt ist, erfuhr Timberlake im Juni dieses Jahres. Da spielte er gemeinsam mit Tony Romo, dem Quarterback der Dallas Cowboys, mit Matt Lauer, dem Gastgeber der Talk-Show Today und einem unter 56.374 ausgewählten Bewerbern den Platz der US Open in Torrey Pines.
Es ist unmenschlich, wie die Profis den Ball treffen
Die von der Golfzeitschrift Golf Digest veranstaltete und im Fernsehen übertragene Runde kam zustande, weil Tiger Woods behauptet hatte, ein Amateur mit Handicap -10 könne einen für die US Open vorbereiteten Platz nicht in unter hundert Schlägen bewältigen. Bei der Probe aufs Exempel kam Romo, mit Handicap -2,2 der mit Abstand Beste der vier Amateure, auf dem Par-71-Platz mit 84 Schlägen über die Runde. Timberlake benötigte 98, Lauer (Handicap -6,2) 100 Schläge.
Der unter inoperablem Lungenkrebs leidende John Atkinson (Vorgabe 11) landet mit 43 Schlägen über Par und 114 Schlägen auf dem letzten Platz. Tigers Aussage ist nicht so ungeheuerlich wie sie klingt, befand Timberlake hinterher, es ist unmenschlich, wie gut Profis den Ball treffen. Deshalb beschränkte sich der Sänger in Zukunft darauf, in Las Vegas als Namenpatron und Gastgeber zu fungieren. Er spielte wie bei in Pebble Beach beim ProAm mit, gab ein Konzert und freute sich, dass für die Kinder-Krankenhäuser viel Geld zusammenkam: Was gibt es Schöneres als in seiner Freizeit etwas für Kinder zu tun? Und noch schöner ist, wenn man Gutes mit seinem liebsten Sport tun kann.
Las Vegas Open (4,1 Mio. Dollar/Par 72): 1. Marc Turnesa (USA) 263 (62+64+69+68) Schläge; 2. Matt Kuchar (USA) 264 (63+63+71+67); 3. Chad Campbell (USA) 266 (65+67+67+67), John Mallinger (USA) 266 (64+64+70+68) und Michael Allen (USA) 266 (63+69+64+70); 6. Tim Herron (USA) 267 (72+65+68+62) und Davis Love III (USA) 267 (68+67+65+67)
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS
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