24. Juni 2009 Wäre die zurzeit grassierende "Schweinegrippe" oder - wie sie gelegentlich weiterhin genannt wird - "Mexikanische Grippe" früher ausgebrochen, die britische Medizinhistorikerin Mary Dobson hätte diesen ersten offiziellen Pandemiefall nach der Hongkong-Grippe von 1968 vielleicht in ihrem Buch über historische Seuchen berücksichtigt. Vielleicht aber auch nicht. Das hängt vom Verlauf der neuen Influenzawelle mit dem H1N1-Virus ab. Denn Dobson hat sich in ihrem Band "Seuchen, die die Welt veränderten", auf historische und außergewöhnliche Epidemien festgelegt: dreißig Krankheiten, die entweder der Zahl der Opfer wegen oder aufgrund der Gefährlichkeit des Erregers den Lauf der Geschichte zu verändern vermochten. Das sind zum überwiegenden Teil natürlich die Klassiker - Infektionskrankheiten, ausgelöst durch Viren, Bakterien und Parasiten, angefangen mit der Pest im Mittelalter bis zu Ebola und Sars in jüngster Zeit. Thematisiert werden allerdings auch einige der nicht minder seuchenartig um sich greifenden Volkskrankheiten wie Skorbut, Krebs oder Herzleiden. Zu den jeweiligen Kapiteln gibt es viele meist übersichtliche Zeittafeln, separate Erklärungskästen und historische Darstellungen oder Fotos.
jom
Mary Dobson: "Seuchen, die die Welt veränderten". National Geographic Deutschland, Hamburg 2009, 255 S., 29,95 Euro.
Buchtitel: Seuchen, die die Welt veränderten
Buchautor: Dobson, Mary
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2009, Nr. 143 / Seite N2