Bisher hat Ilse Aigner eine Linie vertreten, die zum vermeintlich Fortschrittlichsten und Liberalsten in der CSU gehört. Die neue Bundeslandwirtschaftsministerin könnte das Erscheinungsbild der Partei auf Bundesebene radikal verändern. Von Georg Paul Hefty
CSU: Ilse Aigner wird Bundeslandwirtschaftsministerin
Bildergalerie Stühlerücken in der CSU: Die Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner soll neue Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden. Der Bundestagsabgeordnete Karl-Theodor zu Guttenberg wird CSU-Generalsekretär.
In Bayern wird die Bildung einer Koalitionsregierung aus CSU und FDP von weiteren Turbulenzen um die Landesbank überschattet. Bund und Länder streiten über die Beteiligung am milliardenschweren Rettungspaket.
Selbstsäkularisierung als Läuterung: Mit ihrem neuen Vorsitzenden Horst Seehofer will sich die CSU klein machen, um wieder groß zu werden. Zuhören statt Reden - so lautet die neue Parole. Von Timo Frasch, München
Einem schwarz-gelben Regierungsbündnis in München steht nichts mehr entgegen. Nach der CSU hat auch die FDP auf einem Sonderparteitag in Ingolstadt dem Koalitionsvertrag zugestimmt. Der Absolutismus in Bayern sei nun zu Ende, heißt es bei den Liberalen.
Der CSU-Sonderparteitag hat Horst Seehofer zwar erwartungsgemäß zum Vorsitzenden gewählt. Doch vorher musste er sich herbe Kritik der Basis anhören: Wir haben einen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein gewählt. Von einem Horst Seehofer war nie die Rede. Von Eckart Lohse, München
Der CSU-Sonderparteitag hat sich mit großer Mehrheit für den Koalitionsvertrag mit der FDP ausgesprochen und Horst Seehofer mit 90 Prozent zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der beschwor in einer kämpferischen Rede die Stärke der Partei: Wir sind ein Kraftpaket als CSU. Edmund Stoiber wurde ausgebuht.
Die Krise der Bayern LB verdeutlicht auch die Machtverschiebungen innerhalb der CSU: Horst Seehofer wollte im Personalstreit um die Landesbank seine neue Autorität demonstrieren. Doch er bekam Grenzen aufgezeigt. Von Albert Schäffer und Marcus Theurer, München
CSU und FDP haben sich auf die Bildung einer Koalition in Bayern geeinigt. Damit kann Horst Seehofer wie geplant am Montag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die Liberalen sollen in der Regierung den Wirtschafts- und den Wissenschaftsminister stellen. Von Albert Schäffer und Marcus Theurer
Unter erheblichem Zeitdruck stehen die Koalitionsverhandlungen in Bayern. Bevor am 27. Oktober Horst Seehofer zum Ministerpräsidenten gewählt werden kann, müssen die Parteitage von CSU und FDP ein gemeinsames Regierungsprogramm billigen. Schon gibt es es erste Ergebnisse in strittigen Bildungsfragen. Von Albert Schäffer, München
Um Horst Seehofer ein Simonis-Schicksal zu ersparen, bringen einige CSU-Taktiker eine Dreierkoalition der bürgerlichen Parteien ins Gespräch. Der designierte Ministerpräsident macht FDP und Freien Wählern schon Zugeständnisse beim Nichtraucherschutz in Bayern. Von Albert Schäffer, München
Erbschaftsteuer, Umweltrecht, Föderalismusreform - überall sehen die Berliner CSU-Politiker Fronten, die im Zweifel auch gegen die Schwesterpartei CDU zu ziehen wären. Doch in der Landesgruppe gärt es. Viele Jüngere hoffen auf Führungsämter. Von Wulf Schmiese
Die CSU-Landtagsfraktion hat Horst Seehofer wie erwartet für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten nominiert. Der Bundesagrarminister erhielt 76 von insgesamt 86 Stimmen. Die Abgeordneten bestätigten zudem Fraktionschef Georg Schmid in seinem Amt.
Die Spitzenämter in Staat und Partei sollen in Bayern künftig wieder in einer Hand liegen. Der designierte CSU-Vorsitzende Seehofer wird auch Ministerpräsident. Wissenschaftsminister Goppel und Innenminister Herrmann verzichten auf eine Bewerbung. Von Albert Schäffer, München