Karrieresprung
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Karrieresprung

Migranten erzählen ihre Erfolgsgeschichten

Karrieresprung - Serie bei FAZ.NET

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27. Februar 2009 Viel gibt es zu lesen über missglückte Integration von Migranten in Deutschland. Vor allem eine Studie über die Misserfolge türkischstämmiger Einwanderer erregte jüngst Aufsehen. Die Türken, mit 3 Millionen Landsleuten die zweitgrößte Migrantengruppe in Deutschland, „schneiden fast überall am schlechtesten ab“, stellen die Forscher fest. Ob Arbeitslosenquote, Hausfrauenquote oder Abiturquote, türkische Migranten seien „am schlechtesten integriert“, und „die jüngere Generation lässt wenig Bildungsmotivation erkennen“.

Wir wollten mehr wissen über die Lebenswege türkischer, aber auch anderer Menschen mit einer Migrationsgeschichte, die in Deutschland leben. Welche Fächer sie studieren und wie erfolgreich sie in deutschen Unternehmen sind, zum Beispiel. Aber auch, welche Hindernisse sich ihnen entgegenstellen. Und wann sie das Gefühl haben, in Deutschland so richtig angekommen zu sein.

Karrierewege mit Migrationshintergrund

Karrierewege mit Migrationshintergrund

Dabei war uns wichtig: Wir wollten einmal die guten Beispiele sammeln. Viele der Migranten unter unseren Lesern haben uns geschrieben. Wie sie Karriere gemacht haben in Deutschland und wie erfolgreiche Integration aus ihrer Sicht funktionieren kann. Sie alle verbindet die Hoffnung, dass aus ihren Beispielen Lehren gezogen werden könnten. Hier sind ihre Geschichten:

Oguzhan Genis: Ideenmanager mit Caféerfahrung

Sibel Naric: Immobilienmaklerin mit Türkischlehererpotential

Sinem Demir: Jurastudentin mit Hauptschulvergangenheit

Özden Ipek: „Aus der alleruntersten Schlammschicht nach oben“

Günay Talay: „Eine fremde Kultur erschreckt die Deutschen“

Katarzyna Zielonka: „Es gab Momente da wollte ich alles hinschmeißen“

Georgia Papoutsaki: Softwaretesterin mit griechischen Wurzeln

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp

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Ideenmanager mit Caféerfahrung

„Ohne Studium und Staatsbürgerschaft keine Karriere“

“Bildung und Sprache haben für den Lebensweg einen immens wichtigen Einfluss“

Ich war auf der Hauptschule und am Gymnasium. Ich war im türkischen Verein und am Lehrstuhl in Karlsruhe. Ich war in Istanbul, Finnland und New York. Aber ich wollte Deutschland mitgestalten. Darum bin ich hier angekommen. Von Oguzhan Genis

Immobilienmaklerin mit Türkischlehrerpotential

„Meine Güte bin ich heute wieder deutsch“

“Ab und an bin ich temperamentvoll und komme schnell auf den Punkt. Ob es ein Segen oder ein Fluch ist, entscheiden jeden Tag meine Kollegen.“

Fremdenfeindlichkeit habe ich nie spüren müssen. Im Gegenteil: Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Meine Güte, bin ich heute wieder deutsch.“ Menschen, wie ich es bin, sind nicht die Ausnahme. Nur fallen „wir“ nicht unbedingt auf, weil wir „assimiliert“ oder „integriert“ sind. Von Sibel Naric

Jurastundentin mit Hauptschulvergangenheit

„Ich bin sehr stolz auf meine Familie“

Sinem Demir (rechts) mit ihren Schwestern Ipek (links) und Buket (Mitte): “Meine Eltern haben uns immer zu Schule und Bildung ermutigt“

Meine Mutter arbeitete am Fließband, mein Vater als Schweißer. Meine Schwestern und ich verdanken ihnen vor allem eines: Dass sie Bildung immer als Voraussetzung für ein besseres Leben gesehen haben. Für unser Ankommen in Deutschland war das die zentrale Voraussetzung. Von Sinem Demir

IT-Unternehmer aus der Ghettostraße

„Aus der alleruntersten Schlammschicht nach oben“

“Es gab nur türkische Kinder auf unserer Straße, mit Deutschen hatten wir keinen Kontakt.“

Ich bin im Ghetto aufgewachsen. In unserer Wohnung gab es noch nicht einmal eine Toilette. Ich war der typische „Ey Mann, haste ein Problem?“-Türke. Heute schäme ich mich dafür. Aber eines kann ich bis zur Perfektion: Mich von ganz unten nach ganz oben hocharbeiten. Immer wieder. Von Özden Ipek

Viersprachige Rechtsanwältin

„Eine fremde Kultur erschreckt die Deutschen“

“Ein Ausländer der ein Jahr lang in den USA lebt, fühlt sich schon als Amerikaner. Dieses Gefühl und den Zusammenhalt in der Bevölkerung müssen wir auch in Deutschland schaffen.“

Eigentlich bin ich das Musterbeispiel der Integration. Ich habe mein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen, bin Rechtsanwältin und habe in Sinsheim meine eigene Kanzlei. Türkischstämmige Eltern nennen mich ihren Kindern als Vorbild. Trotzdem: Wir Türken sind immer wieder Vorurteilen ausgesetzt. Von Günay Talay

Fließband, Schlaflabor und Öffentlicher Dienst

„Es gab Momente da wollte ich alles hinschmeißen“

“Ich habe beschlossen, hier meinen Traum zu verwirklichen“

Als ich nach Deutschland ging, gab meine Mutter mir 200 Mark mit, ein paar Gläser eingelegte Gurken und ein paar Wurstdosen. Für meinen Lebensunterhalt tat ich alles: Putzen, Kochen, am Fließband arbeiten und im Schlaflabor. Heute habe ich es geschafft. Niemals habe ich es bereut. Von Katarzyna Zielonka

Softwaretesterin mit griechischen Wurzeln

„Karriere nach dem Franz-von-Assisi-Prinzip“

“Wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg“

„Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche“. Nach diesem Motto von Franz von Assisi lässt sich im Leben so einiges erreichen. Zum Beispiel eine Karriere als Informatikerin in Hessen. Von Georgia Papoutsaki

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